KI-unterstützte Technologie sind eine riesige Chance, weil sie mehr Freiheit im Alltag schenken. Gestern Früh bei Google durfte ich erleben, wie neueste KI-Tools Barrieren abbauen und den Alltag einfacher machen können – für alle hilfreich, speziell für Menschen mit Behinderungen, und für Ältere ein Schritt zu mehr Unabhängigkeit.
Mein Start in den Tag im Google Accessibility Discovery Center (ADC) in München war ein Erlebnis für alle Sinne:
- Ein Smartphone beschrieb mir präzise meine Umgebung: wo Menschen stehen, wo ich die Kaffeetasse finde, wie ich mich orientieren kann, welche Wege frei sind etc. Davor hörte ich mir nach einem gezielten Prompt an, was die jeweilige Person und ich für gemeinsame Themen haben und über welche Anliegen wir ins Gespräch kommen können – inklusive Ideen für den Gesprächseinstieg über gemeinsame Interessen.
- Wenige Schritte später führten mich akustische Signale sicher durch den Raum. An einer anderen Station beschrieb mir ein System ein ganzes Büro so präzise, als würde jemand direkt neben mir stehen und mir erklären, was ich gerade „sehen“ würde.
- Ich konnte als blinde Person mit Hilfe einer Sprachsteuerung auf dem Smartphone selbst ein perfektes Selfie machen.
Warum barrierefreie Technologie uns alle betrifft
Ich war und bin begeistert, denn im ADC wird Technologie nicht als Zusatz gedacht, sondern als echte Chance, Barrieren abzubauen und mehr Teilhabe zu ermöglichen.
Allein in Deutschland leben fast acht Millionen Menschen mit einer anerkannten Schwerbehinderung. Die meisten Behinderungen sind nicht angeboren, sondern entstehen erst im Laufe des Lebens und im fortgeschrittenen Alter. Gleichzeitig wird unsere Welt immer digitaler – beim Arbeiten, Kommunizieren, Reisen oder Organisieren des Alltags. Umso wichtiger ist es, Technologien von Anfang an so zu entwickeln, dass sie wirklich für alle Menschen zugänglich sind.
Genau das zeigt das ADC in München:
Menschen mit und ohne Behinderung entwickeln hier gemeinsam Lösungen, die Selbstständigkeit stärken, Teilhabe ermöglichen und den Alltag konkret erleichtern.
Gemeinsam Verantwortung für digitale Teilhabe übernehmen
Mit Google Vice President Engineering Dr. Wieland Holfelder werde ich bald bei einem Podium über die Chancen neuer Technologien sprechen, aber auch über die Risiken, wenn gesellschaftliche Gruppen bei dieser Entwicklung nicht konsequent mitgedacht werden.
Unternehmen wie Google übernehmen mit ihren Bemühungen für Teilhabe gesellschaftliche Verantwortung. Sie zeigen, was möglich ist, wenn Innovation mit Transparenz, Ethik und Einbindung von Menschen mit Behinderung verbunden wird. So kann die Welt Schritt für Schritt inklusiver gestaltet werden.
Mut zur Zukunft: Veränderungen aktiv gestalten
Ich freue mich auf die Entwicklungen, die kommen, auch im Sport. Vielleicht ist es für mich eines Tages möglich, morgens um 6 Uhr mit einem robotischen Assistenzhund joggen zu gehen – sicher navigiert und selbstbestimmt unterwegs. Ich würde das sofort testen.
Bis dahin geht es darum, Chancen mutig zu nutzen und Technologien so zu entwickeln, dass sie Barrieren abbauen statt neue zu schaffen.
Ein herzliches Dankeschön an das Team von Google – stellvertretend Wieland Holfelder, Isabelle Joswig (Inklusionsbeauftragte) und Dr. Christoph Mittendorf (Manager AI / ML Customer Engineering DACH) – für den offenen, herzlichen Empfang und die spannenden Einblicke.
Fotos: Heidi Willmann, Wieland Holfelder